Helmut Nowak

Stellungnahme von Straßen.NRW zur „Kombilösung“ eingegangen!

Der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW) und zahlreiche Bürgerinitiativen widersprechen sich in ihren Vorstellungen von der Machbarkeit eines langen Tunnels und einer Rheinbrücke in gleicher Breite an der alten Position, der sogenannten „Kombilösung“. Daher hat der Bundestagsabgeordnete Helmut Nowak (CDU) beim Landesbetrieb eine offizielle Stellungnahme zur Ablehnung der vielfach favorisierten Kombilösung gefordert.

In der Stellungnahme von Straßen.NRW wurde ihm heute mitgeteilt, dass die Kombilösung vorsehe, dass zwischen der Anschlussstelle Köln-Niehl und dem AK Leverkusen ein ca. 6 Kilometer langer Tunnel im Zuge der A1 für den Durchgangsverkehr hergestellt werde. Das Autobahnkreuz Leverkusen A1/A3 und die AS Köln-Niehl werden an den Tunnel angeschlossen.

Weiterhin solle die bestehende Rheinbrücke durch einen Neubau in gleicher Lage ersetzt werden. Nach diesen Plänen sei über die neue Rheinbrücke die linksrheinische AS Köln-Niehl mit dem rechtsrheinischen AK Leverkusen-West (A 59 bzw. AS Leverkusen-Zentrum) verbunden. Die verkehrsbedeutsame Verbindung zwischen dem AK Leverkusen-West und dem AK Leverkusen werde dauerhaft unterbrochen.

Neben den grundsätzlichen rechtlichen Bedenken, eine Unterbrechung des vorhandenen Autobahnnetzes mit Auswirkungen auf die Verkehrsnetzkonzeption des Bundes vorzunehmen, stehen insbesondere fachliche aber auch wirtschaftliche Aspekte der Kombilösung entgegen.

  1. Die Aufhebung der Verkehrsbeziehung zwischen dem AK Leverkusen-West und dem AK Leverkusen im Zuge der A1 führe zu erheblichen Verkehrsverlagerungen u.a. in das städtische Verkehrsnetz. Einzelne Relationen im Leverkusener Stadtgebiet werden mit deutlich über 10.000 Kfz/24h verdrängtem Autobahnverkehr zusätzlich täglich belastet. Zudem komme es zu erheblichen Verkehrsverlagerungen im Raum Leverkusen und Köln mit Auswirkungen auf das gesamte Verkehrsnetz in diesem Ballungsraum.
  2. Der in der Kombilösung dargestellte Querverschub der alten Rheinbrücke sei technisch nicht möglich. Um die Kombilösung dennoch zu verwirklichen, müsste zunächst die bestehende Brücke abgebrochen und eine neue Brücke in gleicher Lage hergestellt werden. Für die Bauzeit von mind. 3,5 Jahren wäre die Rheinquerung im Zuge der A1 unterbrochen. Bei einem Neubau in Seitenlage mit späterem Querverschub wären die Eingriffe in die Dhünnaue vergleichbar mit denen der planfestgestellten Variante.
  1. Die Gesamtkosten der Kombilösung seien mit über 2,2 Mrd. Euro anzusetzen. Für die planfestgestellte Variante, ergänzt um den Ausbau der A1 bis zu AK Leverkusen inklusive des Ersatzes der Stelze, beliefen sich die Gesamtkosten auf ca. 1,05 Mrd. Euro. Werde statt der „Stelze“ ein Tunnel realisiert, betrügen die Gesamtkosten ca. 1,3 Mrd. Euro. Die Kombilösung sei somit rd. 1 Mrd. Euro teurer.

In der Öffentlichkeit werde immer wieder darauf hingewiesen, dass bei der Kombilösung keine Eingriffe in die Dhünnaue erforderlich wären. Dem müsse leider widersprochen werden. Der Bau der neuen Rheinbrücke, ob in gleicher Lage oder seitlich davon, erfordere immer Eingriffe in die Altablagerung. Sei es für die neuen Gründungsbauwerke oder provisorische Verkehrsführungen. Auch die erforderlichen Umbauarbeiten im AK Leverkusen-West seien ohne Eingriffe in die Dhünnaue nicht möglich. Die vorhandenen Bauwerke im Autobahnkreuz seien geschädigt und müssten ersetzt werden.

Die hier dargestellten Teilaspekte seien im Planungsprozess umfangreich berücksichtigt worden und führen in der Gesamtabwägung zur Ablehnung der Kombilösung.

Helmut Nowak erklärt dazu: „Ich werde die Sicht von Straßen.NRW analysieren und auch die heutige Diskussion zu diesem Thema im Rat der Stadt Leverkusen einbeziehen.“

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